Keystar – Ihr Partner für Sicherheit nach einem Einbruch
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Ein Einbruch in die eigenen vier Wände ist für die meisten Menschen ein traumatisches Erlebnis. Der Schock sitzt tief: Fremde sind in Ihre Privatsphäre eingedrungen, haben Ihre persönlichen Gegenstände durchwühlt und möglicherweise Wertvolles gestohlen. Das Gefühl der Verletzung und Unsicherheit ist oft schlimmer als der materielle Schaden.
In solch einer Ausnahmesituation ist es schwer, einen kühlen Kopf zu bewahren. Dennoch ist es wichtig, systematisch vorzugehen und die richtigen Schritte in der richtigen Reihenfolge zu unternehmen. Dieser umfassende Ratgeber führt Sie durch alle notwendigen Maßnahmen nach einem Einbruch – von den ersten Minuten bis zur langfristigen Wiederherstellung Ihrer Sicherheit.
Erste Reaktion: Was Sie unmittelbar tun sollten
Schritt 1: Bleiben Sie draußen und sichern Sie sich selbst
Wenn Sie nach Hause kommen und Einbruchsspuren bemerken:
Die allererste Regel lautet: Betreten Sie die Wohnung oder das Haus nicht! Dies ist aus mehreren Gründen entscheidend:
Eigensicherung: Der oder die Einbrecher könnten sich noch in der Wohnung befinden. Eine Konfrontation kann gefährlich werden, insbesondere wenn die Täter in die Enge getrieben werden oder bewaffnet sind. Ihre körperliche Unversehrtheit hat absolute Priorität vor allen materiellen Werten.
Spurensicherung: Jedes Betreten des Tatorts kann wichtige Spuren zerstören – Fußabdrücke, Fingerabdrücke, DNA-Spuren oder herumliegendes Werkzeug. Die Polizei benötigt einen unberührten Tatort für eine effektive Spurensicherung.
Beweissicherung: Selbst wenn Sie nichts anfassen, verändert Ihre bloße Anwesenheit den Tatort. Haare, Fasern oder andere Spuren von Ihnen können die Ermittlungen erschweren.
Was Sie stattdessen tun sollten:
- Entfernen Sie sich vom Eingang
- Begeben Sie sich an einen sicheren Ort (zum Nachbarn, ins Auto, auf die Straße)
- Verhindern Sie, dass andere Personen die Wohnung betreten
- Warnen Sie eventuell anwesende Familienmitglieder per Telefon
Ausnahme: Nur wenn Sie sicher sind, dass sich niemand mehr in der Wohnung befindet und ein absoluter Notfall vorliegt (z.B. ein Haustier in Gefahr, Gas-Geruch, offene Flammen), dürfen Sie vorsichtig eintreten – aber auch dann so wenig wie möglich berühren.
Schritt 2: Rufen Sie sofort die Polizei
Notruf 133 (Österreich) oder 112 (europaweiter Notruf)
Sobald Sie in Sicherheit sind, alarmieren Sie die Polizei. Dies ist nicht nur für die Ermittlungen wichtig, sondern auch für Ihre Versicherung zwingend erforderlich.
Was Sie der Polizei mitteilen sollten:
- Ihre genaue Adresse und Kontaktdaten
- Dass Sie Einbruchsspuren entdeckt haben
- Ob Sie wissen, ob sich noch jemand in der Wohnung befindet
- Ob Sie sich in Gefahr befinden
- Besondere Umstände (z.B. wertvolle Gegenstände, Waffen im Haus)
Was die Polizei tun wird:
- Sofortige Entsendung einer Streife
- Durchsuchung der Wohnung auf eventuell noch anwesende Täter
- Sicherung des Tatorts
- Erste Spurensicherung
- Aufnahme einer Anzeige vor Ort oder auf der Dienststelle
Wichtig: Verlassen Sie sich nicht darauf, dass Nachbarn bereits die Polizei gerufen haben. Rufen Sie selbst an, auch wenn es bereits mehrere Anrufe gibt – lieber eine Meldung zu viel als eine zu wenig.
Schritt 3: Warten Sie auf die Polizei
Bleiben Sie in Sicherheit und in der Nähe, damit Sie für die Polizei erreichbar sind. Nutzen Sie diese Zeit:
Verständigung wichtiger Personen:
- Informieren Sie Familienangehörige oder Mitbewohner
- Kontaktieren Sie ggf. Ihren Vermieter oder die Hausverwaltung
- Benachrichtigen Sie Ihre Versicherung (nur als erste Info, die offizielle Schadenmeldung kommt später)
Erste mentale Vorbereitung:
- Versuchen Sie, sich zu beruhigen
- Überlegen Sie, wer Zugang zu Ihrer Wohnung haben könnte
- Machen Sie sich erste Gedanken darüber, was fehlen könnte (aber erstellen Sie noch keine Liste)
Dokumentation des Äußeren: Wenn Sie einen sicheren Abstand wahren können, fotografieren Sie die Eingangssituation:
- Aufgebrochene Tür oder Fenster von außen
- Beschädigungen am Schloss
- Werkzeugspuren
- Alles, was von außen sichtbar ist, ohne den Tatort zu betreten
Schritt 4: Zusammenarbeit mit der Polizei
Bei Eintreffen der Polizei:
Die Beamten werden zunächst die Wohnung durchsuchen und sicherstellen, dass keine Gefahr mehr besteht. Erst dann dürfen Sie eintreten.
Die Tatortaufnahme:
- Folgen Sie den Anweisungen der Polizei genau
- Fassen Sie nichts an, solange die Spurensicherung nicht abgeschlossen ist
- Beantworten Sie alle Fragen so präzise wie möglich
- Erwähnen Sie auch Details, die Ihnen unwichtig erscheinen könnten
Wichtige Fragen, die die Polizei stellen wird:
- Wann haben Sie die Wohnung zuletzt verlassen?
- War zu diesem Zeitpunkt alles in Ordnung?
- Wer hat Zugang zu Ihrer Wohnung (Schlüssel)?
- Welche Wertgegenstände befinden sich in der Wohnung?
- Haben Sie Feinde oder Konflikte mit jemandem?
- Gab es in der Nachbarschaft kürzlich ähnliche Vorfälle?
Die Anzeigenerstattung: Die Polizei wird eine Strafanzeige wegen Einbruchsdiebstahls aufnehmen. Sie erhalten:
- Eine Anzeigenbestätigung mit Aktenzeichen (wichtig für die Versicherung!)
- Kontaktdaten des zuständigen Sachbearbeiters
- Informationen zum weiteren Vorgehen
Spurensicherung: Je nach Schwere des Falls und lokaler Kapazität wird die Kriminalpolizei Spuren sichern:
- Fingerabdrücke an Türen, Fenstern, Möbeln
- DNA-Spuren (Haare, Hautschuppen, Zigarettenstummel)
- Schuhspuren
- Werkzeugspuren
- Fotografische Dokumentation
Dieser Prozess kann mehrere Stunden dauern. Haben Sie Geduld – je gründlicher die Spurensicherung, desto höher die Aufklärungschancen.
Nach dem Polizeieinsatz: Die nächsten Schritte
Schritt 5: Erstellen Sie eine detaillierte Schadensaufstellung
Sobald die Polizei den Tatort freigegeben hat, beginnt die aufwendige Arbeit der Bestandsaufnahme.
Vorgehensweise:
Systematisches Vorgehen: Gehen Sie Raum für Raum vor und notieren Sie:
- Was fehlt (so detailliert wie möglich)
- Was beschädigt wurde
- Welche Schäden an Türen, Fenstern, Möbeln entstanden sind
Detaillierte Beschreibungen: Für gestohlene Gegenstände notieren Sie:
- Genaue Bezeichnung und Modell
- Hersteller und Seriennummern
- Kaufdatum und Kaufpreis (wenn bekannt)
- Aktueller Wert (Neu- oder Zeitwert)
- Besondere Merkmale (Gravuren, Kratzer, Modifikationen)
Fotodokumentation:
- Fotografieren Sie alle Schäden
- Dokumentieren Sie den Zustand der aufgebrochenen Zugänge
- Machen Sie Übersichtsaufnahmen der durchwühlten Räume
- Fotografieren Sie leere Stellen, wo Gegenstände standen
Hilfsmittel zur Erinnerung:
- Alte Fotos (Urlaubsbilder, auf denen Einrichtung zu sehen ist)
- Kaufbelege, Garantieunterlagen, Rechnungen
- Kontoauszüge mit Abbuchungen
- Online-Bestellhistorien
- Fotos auf sozialen Medien
Besondere Kategorien:
Schmuck und Wertgegenstände:
- Detaillierte Beschreibung (Material, Steine, Größe)
- Kaufbelege oder Gutachten
- Fotos, auf denen Sie den Schmuck tragen
- Bei Erbstücken: Schätzwerte oder historische Dokumente
Elektronik:
- Modellbezeichnung und Seriennummer
- IMEI bei Smartphones (aus alten Verpackungen oder Kaufbelegen)
- Registrierungen beim Hersteller (oft online einsehbar)
- Fotos mit sichtbarer Seriennummer
Bargeld:
- Soweit bekannt: Höhe des Betrags
- Herkunft (z.B. gerade abgehoben, gespart)
- Zeugen, die bestätigen können, dass das Geld vorhanden war
Dokumente:
- Ausweise, Reisepässe, Führerscheine
- Kreditkarten, Bankkarten
- Fahrzeugpapiere
- Urkunden, Zeugnisse
- Versicherungspolicen
Schritt 6: Informieren Sie Ihre Versicherung
Kontaktieren Sie Ihre Hausratversicherung so schnell wie möglich, spätestens aber innerhalb der in den Versicherungsbedingungen genannten Frist (meist 3-7 Tage).
Was Sie der Versicherung mitteilen müssen:
- Datum und Uhrzeit der Entdeckung
- Aktenzeichen der Polizei
- Erste Einschätzung des Schadens
- Kontaktdaten für Rückfragen
Welche Unterlagen Sie einreichen müssen:
- Anzeigenbestätigung der Polizei
- Detaillierte Schadensaufstellung
- Kaufbelege, Rechnungen, Quittungen
- Fotos der Schäden und des Tatorts
- Wertgutachten (bei Schmuck, Kunst, Antiquitäten)
- Kostenvoranschläge für Reparaturen
Was die Versicherung prüfen wird:
- Bestand der Versicherung zum Zeitpunkt des Einbruchs
- Deckungssumme und eventuelle Sublimits
- Einhaltung von Sicherheitsvorschriften (z.B. abschließen von Türen und Fenstern)
- Plausibilität der Schadensliste
- Wert der gestohlenen Gegenstände
Wichtige Hinweise:
- Seien Sie ehrlich und präzise – übertriebene Angaben können zur Leistungsverweigerung führen
- Bewahren Sie Kopien aller eingereichten Unterlagen auf
- Führen Sie ein Gesprächsprotokoll (Datum, Uhrsprache, Name des Sachbearbeiters, Gesprächsinhalt)
- Fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist
- Setzen Sie der Versicherung keine unrealistischen Fristen, aber fragen Sie nach dem voraussichtlichen Bearbeitungszeitraum
Vorschusszahlungen: Bei hohen Schäden und nachgewiesener Bedürftigkeit können Sie eine Vorschusszahlung beantragen, damit Sie sich das Notwendigste neu anschaffen können.
Schritt 7: Sperren Sie Karten und Dokumente
Sofortige Sperrungen:
Bankkarten und Kreditkarten:
- Notruf 116 116 (zentraler Sperrnotruf für Deutschland, Österreich, Schweiz)
- Alternativ: Direkte Hotline Ihrer Bank
- Notieren Sie sich die Sperrnummer als Nachweis
Mobiltelefon:
- SIM-Karte über Ihren Provider sperren
- Bei Smartphones: Fernlöschung aktivieren (wenn vorher eingerichtet)
- IMEI-Nummer der Polizei melden (verhindert Nutzung im Netz)
Kreditkarten:
- Alle gestohlenen Karten einzeln sperren
- Auch Karten sperren, die Sie „nur zur Sicherheit“ hatten
- Prüfen Sie in den folgenden Tagen Ihre Kontobewegungen auf unbefugte Abbuchungen
Ausweise und Dokumente:
Personalausweis/Reisepass:
- Bei der zuständigen Behörde (Magistrat, Bezirksamt) als gestohlen melden
- Verlustanzeige erstellen lassen
- Neuen Ausweis beantragen (Express-Service nutzen bei dringendem Bedarf)
Führerschein:
- Bei der Führerscheinbehörde melden
- Duplikat beantragen
- Eventuell vorläufige Fahrerlaubnis ausstellen lassen
Fahrzeugpapiere:
- Zulassungsstelle informieren
- Neue Papiere beantragen
- Bei Diebstahl des Zulassungsscheins: Fahrzeug erst nach Neuausstellung wieder nutzen
Krankenversicherungskarte:
- Bei Ihrer Krankenkasse melden
- Ersatzkarte anfordern
- Bei dringenden Arztbesuchen: Ersatzbestätigung ausstellen lassen
Haustürschlüssel:
- Bei Verlust des Haustürschlüssels: Vermieter/Hausverwaltung informieren
- Eventuell Austausch der Schließanlage notwendig (je nach Vereinbarung)
- Bei Eigentum: Schließzylinder umgehend austauschen
Schritt 8: Provisorische Sicherung der Wohnung
Sofortmaßnahmen noch am selben Tag:
Nach einem Einbruch ist Ihre Wohnung oft nicht mehr sicher verschließbar. Aufgebrochene Türen, eingeschlagene Fenster oder beschädigte Schlösser müssen provisorisch gesichert werden.
Türsicherung:
- Beschädigtes Schloss provisorisch sichern oder austauschen
- Bei stark beschädigter Tür: Provisorische Verriegelung von innen
- Notfalls: Tür mit stabilen Brettern oder Metallschiene von innen blockieren
Fenstersicherung:
- Eingeschlagene Scheiben mit Brettern verschließen
- Provisorische Abdeckung mit stabiler Folie und Klebeband
- Aufgehebelte Fensterrahmen notdürftig fixieren
Professionelle Hilfe: Ein seriöser Schlüsseldienst oder Sicherheitstechniker kann:
- Neue Schließzylinder einbauen (besonders wichtig, wenn Schlüssel gestohlen wurden)
- Beschädigte Türen notdürftig sichern
- Provisorische Fensterversiegelungen anbringen
- Beratung zu dauerhaften Sicherheitsmaßnahmen geben
Kosten: Diese Notmaßnahmen werden in der Regel von der Hausratversicherung übernommen. Bewahren Sie alle Belege auf und klären Sie vorab mit der Versicherung, bis zu welcher Höhe Kosten gedeckt sind.
Dokumentation: Fotografieren Sie auch die provisorischen Sicherungen – sowohl für die Versicherung als auch als Nachweis der Schadensbegrenzung.
Schritt 9: Übernachtung und unmittelbare Sicherheit
Wo übernachten Sie?
Viele Einbruchsopfer fühlen sich in der ersten Nacht nach dem Einbruch nicht sicher genug, um in der Wohnung zu schlafen. Das ist völlig verständlich und berechtigt.
Optionen:
- Bei Familie oder Freunden
- Hotel (Kosten können ggf. von der Versicherung übernommen werden)
- In der Wohnung bleiben, aber zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen treffen
Wenn Sie in der Wohnung bleiben:
- Informieren Sie Nachbarn über den Vorfall
- Hinterlassen Sie Vertrauenspersonen Ihre Telefonnummer
- Sichern Sie die Tür zusätzlich von innen (Stuhl unter die Klinke, zusätzlicher Riegel)
- Lassen Sie Licht brennen
- Halten Sie Ihr Telefon griffbereit
- Scheuen Sie sich nicht, bei verdächtigen Geräuschen die Polizei zu rufen
Wichtig für Familien: Besprechen Sie mit Kindern altersgerecht, was passiert ist. Kinder spüren die Unsicherheit der Eltern und haben oft eigene Ängste. Professionelle Beratung (z.B. bei Opferhilfe-Einrichtungen) kann sinnvoll sein.
Mittelfristige Maßnahmen (erste Tage und Wochen)
Schritt 10: Dauerhafte Reparatur und Wiederherstellung
Koordination der Reparaturen:
Prioritäten setzen:
- Sicherheitsrelevante Reparaturen (Türen, Schlösser, Fenster)
- Witterungsschutz (Fenster, undichte Stellen)
- Funktionale Wiederherstellung (beschädigte Möbel, Böden)
- Kosmetische Reparaturen (Tapeten, Anstriche)
Handwerker beauftragen:
- Holen Sie mehrere Kostenvoranschläge ein (meist von Versicherung gefordert)
- Dokumentieren Sie alle Angebote
- Klären Sie mit der Versicherung, ob Freigabe notwendig ist
- Achten Sie auf Fachfirmen, nicht auf Billiganbieter
- Verlangen Sie Rechnungen mit detaillierter Leistungsbeschreibung
Typische Reparaturen:
Türen:
- Austausch beschädigter Türblätter
- Neue Schließzylinder (unbedingt Hochsicherheitszylinder)
- Reparatur oder Austausch von Türrahmen/Zargen
- Installation zusätzlicher Sicherungen (Querriegelschloss, Panzerriegel)
Fenster:
- Austausch von Glasscheiben
- Reparatur aufgehebelter Rahmen
- Erneuerung beschädigter Beschläge
- Installation von Sicherheitsbeschlägen oder -griffen
Weitere Schäden:
- Reparatur beschädigter Schränke oder Kommoden (oft aufgehebelt)
- Erneuerung von Bodenbelägen (Schäden durch Werkzeug)
- Malerarbeiten (Flecken, Schrammen, Farbabrieb)
- Elektrische Anlagen (durchgetrennte Kabel, z.B. von Alarmanlagen)
Schritt 11: Sicherheit erhöhen – Investition in die Zukunft
Nach einem Einbruch ist der Zeitpunkt ideal, um die Sicherheit Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses grundlegend zu verbessern. Die Versicherung übernimmt zwar meist nur die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands, aber die Investition in bessere Sicherheitstechnik lohnt sich.
Mechanische Sicherungen:
Türsicherung:
- Hochsicherheitszylinder mit VdS- oder SKG***-Zertifizierung
- Zieh- und aufbohrgeschützte Schutzbeschläge
- Panzerriegel oder Querriegelschlösser
- Türspion oder Video-Gegensprechanlage
- Mehrfachverriegelung bei Haupttüren
- Bandseitensicherung gegen Aushebeln
Fenstersicherung:
- Abschließbare Fenstergriffe
- Pilzkopfverriegelungen gegen Aufhebeln
- Zusätzliche Fensterschlösser
- Sicherheitsfolien gegen Einschlagen
- Rollläden mit Hochschiebesicherung
Kellertüren und Nebeneingänge: Diese werden oft vernachlässigt, sind aber beliebte Einstiegspunkte
- Stabile Türen mit Sicherheitsschlössern
- Gute Beleuchtung
- Sichtbare Überwachung
Elektronische Sicherung:
Alarmanlagen:
- Professionelle Funkalarmanlage mit Außensirene
- Bewegungsmelder in kritischen Bereichen
- Tür- und Fensterkontakte
- Aufschaltung auf Sicherheitsdienst oder direkt auf Ihr Smartphone
- VdS-zertifizierte Anlagen werden von Versicherungen anerkannt
Videoüberwachung:
- Kameras an Eingängen und kritischen Bereichen
- Aufzeichnung und/oder Live-Übertragung aufs Smartphone
- Abschreckende Wirkung durch sichtbare Kameras
- Datenschutzrechtliche Vorschriften beachten (keine Überwachung öffentlicher Bereiche oder Nachbargrundstücke)
Smart-Home-Sicherheit:
- Anwesenheitssimulation (Licht, Rollläden)
- Fernsteuerung und Überwachung
- Sensoren für Rauch, Wasser, Glasbruch
- Integration verschiedener Sicherheitssysteme
Organisatorische Maßnahmen:
Nachbarschaftshilfe:
- Kontakt zu Nachbarn intensivieren
- Gegenseitige Beobachtung bei Abwesenheit
- Austausch von Telefonnummern
- Nachbarschafts-WhatsApp-Gruppe
Anwesenheitssimulation:
- Zeitschaltuhren für Lampen
- Radio oder TV zeitgesteuert einschalten
- Rollläden nicht dauerhaft geschlossen lassen
- Briefkasten leeren lassen
- Keine Abwesenheit in sozialen Medien posten
Wertgegenstände:
- Sichere Aufbewahrung in fest verankertem Tresor
- Wertsachen fotografieren und Seriennummern notieren
- Wichtige Dokumente digitalisieren und extern sichern
- Keine großen Bargeldmengen zuhause aufbewahren
- Schmuck und teure Gegenstände nicht offen sichtbar platzieren
Schritt 12: Psychologische Verarbeitung
Ein Einbruch ist nicht nur ein materieller, sondern auch ein psychischer Einschnitt. Viele Opfer leiden unter:
Typische Reaktionen:
- Angstgefühle und Unsicherheit in der eigenen Wohnung
- Schlafstörungen
- Übermäßige Wachsamkeit (Hypervigilanz)
- Vertrauensverlust
- Gefühl der Verletzung der Privatsphäre
- Ärger und Wut auf die Täter
- Selbstvorwürfe („Hätte ich doch nur…“)
Diese Gefühle sind normal und berechtigt!
Hilfe und Unterstützung:
Gespräche:
- Sprechen Sie mit Familie und Freunden über Ihre Gefühle
- Tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen aus
- Bagatellisieren Sie Ihre Gefühle nicht
Professionelle Hilfe:
- Opferhilfe-Einrichtungen bieten kostenlose Beratung
- WEISSER RING (Opferhilfsorganisation)
- Psychologische Beratung oder Therapie bei anhaltenden Problemen
- Telefonseelsorge: 142 (Österreich)
Selbsthilfe:
- Geben Sie sich Zeit zur Verarbeitung
- Nehmen Sie die Kontrolle zurück (Sicherheitsmaßnahmen, Neugestaltung)
- Etablieren Sie neue Routinen
- Vermeiden Sie Dauerbeschäftigung mit dem Thema
- Achten Sie auf ausreichend Schlaf und Entspannung
Besonders für Kinder: Kinder verarbeiten Einbrüche oft anders als Erwachsene. Sie brauchen:
- Altersgerechte Erklärungen
- Bestätigung, dass sie sicher sind
- Feste Strukturen und Routinen
- Möglichkeit, Fragen zu stellen
- Eventuell professionelle kinderpsychologische Beratung
Schritt 13: Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden
Nach der ersten Anzeige:
Die polizeilichen Ermittlungen laufen weiter. Ihre Mitwirkung kann entscheidend sein:
Erreichbar bleiben:
- Informieren Sie die Polizei über Änderungen Ihrer Kontaktdaten
- Reagieren Sie zeitnah auf Anfragen
- Halten Sie das Aktenzeichen bereit
Ergänzende Angaben: Wenn Ihnen später etwas einfällt oder Sie weitere gestohlene Gegenstände bemerken:
- Melden Sie dies umgehend nach
- Reichen Sie weitere Belege nach
- Informieren Sie auch Ihre Versicherung über Nachträge
Zeugenaufruf:
- Wenn die Polizei öffentlich nach Zeugen sucht, verbreiten Sie dies in Ihrem Umfeld
- Motivieren Sie Nachbarn, sich zu melden, auch wenn sie meinen, nichts gesehen zu haben
- Manchmal helfen scheinbar unbedeutende Details
Gegenüberstellung und Verfahren:
- Sollten Verdächtige gefasst werden, könnten Sie zu einer Gegenüberstellung oder als Zeuge vorgeladen werden
- Bei Rückfragen zu gestohlenen Gegenständen: Seien Sie präzise und ehrlich
Realistische Erwartungen: Die Aufklärungsquote bei Einbruchsdiebstählen liegt je nach Region bei 10-20%. Das bedeutet:
- Viele Fälle werden nicht aufgeklärt
- Gestohlene Gegenstände werden selten wiedergefunden
- Langwierige Ermittlungen sind normal
- Ihre Versicherung zahlt unabhängig davon
Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es keine schnellen Ermittlungserfolge gibt. Die Polizei tut ihr Möglichstes, ist aber oft mit begrenzten Ressourcen konfrontiert.
Langfristige Überlegungen
Schritt 14: Prävention für die Zukunft
Dauerhafte Verhaltensänderungen:
Beim Verlassen der Wohnung:
- Türen und Fenster immer abschließen, auch bei kurzer Abwesenheit
- Rollläden nicht tagsüber geschlossen lassen (Zeichen für Abwesenheit)
- Wertsachen nicht sichtbar platzieren
- Türschloss immer zweimal abdrehen
Bei längerer Abwesenheit:
- Briefkasten von Nachbarn leeren lassen
- Anwesenheitssimulation aktivieren
- Jemanden bitten, gelegentlich nach dem Rechten zu sehen
- Keine Urlaubsankündigungen in sozialen Medien
- Rollläden zeitgesteuert öffnen und schließen
Im Alltag:
- Keine Hinweise auf wertvolle Neuanschaffungen (Verpackungen diskret entsorgen)
- Keine Informationen über Wertgegenstände an Fremde
- Vorsicht bei Handwerkern oder „Angehörigen von Stadtwerken“ – Ausweis zeigen lassen
- Haustür nicht für Fremde öffnen (Türspion nutzen)
Dokumentation:
- Alle Wertgegenstände fotografieren und Seriennummern notieren
- Liste digital und extern sichern (Cloud, bei Vertrauensperson)
- Kaufbelege aufbewahren
- Wertgutachten aktuell halten
Schritt 15: Versicherungsschutz überprüfen
Nach einem Einbruch ist es sinnvoll, den Versicherungsschutz kritisch zu prüfen:
Deckungssumme:
- Ist die Versicherungssumme noch ausreichend?
- Haben Sie neue wertvolle Gegenstände angeschafft?
- Sollten Sie die Versicherungssumme erhöhen?
Sublimits: Viele Hausratversicherungen haben Untergrenzen für bestimmte Kategorien:
- Bargeld: oft nur 1.000-2.000 Euro
- Schmuck: oft nur 20-30% der Versicherungssumme
- Kunstgegenstände: oft Sonderbedingungen
- Fahrräder: oft nicht oder nur bis bestimmter Wert eingeschlossen
Prüfen Sie, ob Zusatzversicherungen sinnvoll sind.
Außenversicherung: Sind Gegenstände auch außerhalb der Wohnung versichert (z.B. im Auto, auf Reisen)?
Sicherheitsvorschriften:
- Welche Sicherheitsvorkehrungen fordert Ihre Versicherung?
- Gibt es Prämiennachlässe für bessere Sicherheitstechnik?
- Müssen Sie die neuen Sicherheitsmaßnahmen der Versicherung melden?
Wechsel erwägen: Nach einem Schadensfall kann es sein, dass:
- Ihre Prämie steigt
- Bestimmte Deckungen nicht mehr gewährt werden
- Ein Wechsel zu einem anderen Versicherer sinnvoll wird
Lassen Sie sich beraten, aber wechseln Sie nicht überstürzt.
Rechtliche Aspekte
Schritt 16: Rechtliche Klärungen
Mietverhältnisse:
Als Mieter:
- Informationspflicht gegenüber Vermieter
- Klärung der Kostenübernahme für Reparaturen
- Zylindertausch: Wer zahlt? Wer entscheidet über Sicherheitsstufe?
- Bei massiven Schäden: Mietminderung möglich?
Als Vermieter:
- Unterstützung des Mieters bei Absicherung
- Prüfung: Haftpflicht für mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen?
- Information an andere Mieter im Haus
Haftungsfragen:
Fahrlässigkeit: Wer haftet, wenn der Einbruch durch Leichtsinn begünstigt wurde?
- Offene Fenster im Erdgeschoss
- Nicht abgeschlossene Türen
- Schlüssel im Schloss von außen
Versicherungen können Leistungen kürzen oder verweigern.
Nachbarschaftliche Haftung:
- Wenn durch beschädigtes Fenster Wasser in Nachbarwohnung läuft
- Wenn Diebe durch Ihre Wohnung in Nachbarwohnung gelangen
Opferrechte:
Als Einbruchsopfer haben Sie Rechte:
- Recht auf Akteneinsicht (nach Abschluss der Ermittlungen)
- Recht auf Information über Verfahrensstand
- Recht auf Opferschutz und Unterstützung
- Bei Fassung der Täter: Recht auf Schmerzensgeld und Schadensersatz (selten durchsetzbar)
Checkliste: Nach einem Einbruch
Zum Abhaken und als Erinnerungshilfe:
Sofortmaßnahmen (erste Stunden):
- [ ] Wohnung NICHT betreten
- [ ] Polizei rufen (133 oder 112)
- [ ] An sicherem Ort warten
- [ ] Tatort fotografieren (von außen)
- [ ] Familienangehörige informieren
- [ ] Mit Polizei zusammenarbeiten
- [ ] Anzeigenbestätigung mit Aktenzeichen erhalten
Erste 24 Stunden:
- [ ] Versicherung informieren
- [ ] Karten und Dokumente sperren
- [ ] Detaillierte Schadensaufstellung beginnen
- [ ] Fotos von Schäden machen
- [ ] Provisorische Wohnungssicherung
- [ ] Übernachtung organisieren
- [ ] Schlüsseldienst/Handwerker für Notmaßnahmen
Erste Woche:
- [ ] Vollständige Schadensaufstellung an Versicherung
- [ ] Kaufbelege und Nachweise sammeln
- [ ] Angebote für Reparaturen einholen
- [ ] Neue Ausweisdokumente beantragen
- [ ] Ersatzkarten beantragen
- [ ] Mit Ermittlungsbeamten in Kontakt bleiben
- [ ] Psychische Verarbeitung beginnen
Erste Wochen/Monate:
- [ ] Reparaturen durchführen
- [ ] Sicherheitstechnik verbessern
- [ ] Versicherungsregulierung abschließen
- [ ] Neue Wertgegenstände dokumentieren
- [ ] Versicherungsschutz überprüfen
- [ ] Eventuell Beratung oder Therapie in Anspruch nehmen
- [ ] Präventionsmaßnahmen umsetzen
Fazit: Strukturiert durch eine schwierige Zeit
Ein Einbruch ist ein einschneidendes Erlebnis, das Sie nicht nur finanziell, sondern auch emotional belastet. Mit einem strukturierten Vorgehen können Sie die Situation jedoch bewältigen und gestärkt daraus hervorgehen:
Die wichtigsten Punkte:
- Sicherheit geht vor – betreten Sie die Wohnung nicht, wenn Gefahr bestehen könnte
- Sofort die Polizei rufen – professionelle Hilfe ist unerlässlich
- Dokumentieren Sie alles – Fotos, Listen, Belege
- Informieren Sie Versicherung und relevante Stellen zeitnah
- Sichern Sie Ihre Wohnung provisorisch und dann dauerhaft
- Investieren Sie in bessere Sicherheit – ein Einbruch sollte sich nicht wiederholen
- Nehmen Sie sich Zeit zur Verarbeitung – psychische Gesundheit ist wichtig
- Lernen Sie aus dem Vorfall – Prävention für die Zukunft
Sie sind nicht allein – es gibt zahlreiche Hilfsangebote, und mit der richtigen Herangehensweise werden Sie diese schwierige Zeit überstehen.
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Einbruch erlebt? Wir helfen sofort und sorgen dafür, dass Sie sich wieder sicher fühlen können.